Annemarie Schimmel – Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen

Annemarie Schimmel – Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen

Vorurteile gegenüber dem Islam beseitigen – unter diesem Motto steht das Leben der Orientalistin Annemarie Schimmel. Umstritten ist sie, weil sie in den Augen einiger Kirchenvertreter und Feuilletonisten den Islam zu freundlich darstelle – angesichts der negativen Verzerrungen, die allerorten durch die Medien geistern eine durchaus verzeihliche Schwäche. Fest steht: Keine andere deutsche Gelehrte kennt sich dermaßen gut auf dem Gebiet des Islam aus wie Annemarie Schimmel.

Nur wenige andere können ihr Wissen so lehrreich und spannend in Buchform bringen. Diese Begabung hat sie in unzähligen Gesprächen geschult und verfeinert. Für ihr Buch hat sie zwei Gesprächspartner erfunden, deren neugierige, teilweise freche Fragen sie in verständlicher Sprache beantwortet. Auf diese dialogische Weise gelingt es Annemarie Schimmel, von den einfachsten bis zu den schwierigsten Themen des Islam alle wichtigen Aspekte der Weltreligion zu erklären. Der Prophet Muhammed entsteht plastisch vor Augen, das islamische Alltagsleben, die Sufi-Mystik, die fünf Säulen des frommen islamischen Lebens werden nachvollziehbar. Sicherlich wirken die Fragen ab und zu gestellt. Doch der Gewinn beim Lesen der Antworten ist so groß, dass er diese Formschwäche wettmacht. Für alle, die sich erstmals mit dem Islam beschäftigen, bietet Schimmels Buch eine kaum zu überbietende Hinführung.

Annemarie Schimmel: Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen. Der Islam. Dtv, München 1999, 208 Seiten, ISBN 3423361115


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