Christine Anlauff – Der Fall Garnisonkirche

Christine Anlauff – Der Fall Garnisonkirche

„Allen bedeutenden Taten wohnt ein magischer initialer Moment inne.“ Und alle guten Krimis beginnen mit einem Satz, der magisch ins Geschehen hineinzieht. Die Potsdamer Schriftstellerin Christine Anlauff weiß, wies funktioniert. Sie schreibt für Rundfunk und Zeitung, hat bereits mehrere Krimis veröffentlicht. „Killen und chillen“ heißt eine regelmäßige Veranstaltung, die sie mitmoderiert – und es könnte das Motto auch ihres neuesten Krimis sein.

Für den hat sie ein kirchenpolitisch heißes Thema gewählt: den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Die Story spielt im Sommer 2016. Ein Sprengstoffanschlag zerstört den bereits teilweise wiederaufgebauten Turm der Potsdamer Garnisonkirche. Dem Literaturkritiker und Blogger Justus Verloren läuft es eiskalt den Rücken hinunter: Wenige Tage zuvor ist ihm ein Manuskript zugespielt worden, das haarklein den Hergang des Anschlags schildert. Nur der Tote, den man unter den Trümmern gefunden hat, wird darin nicht erwähnt.

Unterstützt von seiner attraktiven Errungenschaft Magda geht Justus der Sache nach – und verstrickt sich in einem Geflecht von Hass, Eifersucht, Gier und Politik.

Besonderen Lesekick bietet der fiktive Blog, den Hauptperson Justus unterhält, und in dem sich unter skurrilen Decknamen allerlei Menschen tummeln, die was wissen könnten oder sogar mehr. Reizvoll ist es auch, wie die Autorin ihre Heimatstadt beschreibt, die Kneipen, Kinos und Stadtteile. Und für mich ganz persönlich die Nähe zum Protagonisten Justus, der wie ich regelmäßig Bücher rezensiert.

Kurzum: Dieser Krimi bietet vergnüglich-spannenden Lesegenuss, nicht nur für alle mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche Befassten. den Deutschen Katzenkrimipreis hat Christine Anlauff bereits erhalten. Gäbe es einen Kirchenkrimipreis, sie hätte ihn verdient.

Christine Anlauff: Der Fall Garnisonkirche. Ein Verloren-in-Potsdam-Krimi. Be.bra Verlag, Berlin 2015, 272 Seiten, 9,95 Euro

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