Konrad Baumgartner (Hg.) – Für ein Sterben in Würde

Konrad Baumgartner (Hg.) – Für ein Sterben in Würde

Angesichts der „Umwälzungen im Gesundheitswesen, der Überlastung von Ärzten, Pflegenden und Angehörigen” bezeichnet der Regensburger Theologe Konrad Baumgartner die Diskussion um ein menschenwürdiges Sterben als „Herausforderung ohnegleichen”. Mit seinem Sammelband gibt ihr der Professor für Pastoraltheologie wegweisende Impulse.

Besonders hilfreich ist die fachübergreifende Herkunft der Autorinnen und Autoren – sie verleiht dem Buch die nötige praktische Dimension, die rein ethisch-theologischen Überlegungen fehlt. Seelsorger und Strahlentherapeuten, Moraltheologen und Hospizhelferinnen, Sozialpolitologen und Chefärzte kommen zu Wort und schildern aus ihrem Erfahrungshorizont die Problematik des Sterbens. Sie alle eint die Kritik an der derzeitigen Situation: die meisten Menschen enden in Kliniken, „nicht selten durch Medikamente ruhiggestellt, betäubt, alkoholisiert oder sogar in euphorische Stimmung versetzt. Die seelischen, sozialen und religiösen Interessen dieser Sterbenden werden oft kaum noch beachtet.”Mittlerweile, das belegt der Sammelband eindrücklich und ermutigend, kümmern sich weitab der medienwirksamen Öffentlichkeit immer mehr Menschen darum, dass Sterbende nicht der „Routine der Patientenversorgung” geopfert werden.

Die Autorinnen und Autoren zeigen Wege auf, die das Sterben in der eigenen Wohnung oder wenigstens kompetent begleitet von Angehörigen möglich machen. Trost und verständnisvolle Begleitung sind wichtiger als Vertröstung und angstvolles Verdrängen – diese Einsicht vermittelt das Buch Baumgartners und zieht daraus die Folgerung, dass eine nur leidverlängernde Apparatemedizin abzulehnen sei. Stattdessen fordern die Autorinnen und Autoren die Schaffung räumlicher Möglichkeiten für ein würdevolles Sterben in Krankenhäusern oder in Hospizeinrichtungen. Ausgiebig widmet sich das Buch der Begleitung sterbender Kinder. Baumgartners Sammelband zeigt in verständlicher Weise, dass der Tod für die Angehörigen nicht selten eine größere Belastung darstellt als für die Sterbenden. Der christliche Glaube könne allen Beteiligten helfen, das Sterben als einen lebenswichtigen Vorgang zu deuten und zu erleben.

Baumgartner, Konrad (Hg.): Für ein Sterben in Würde. Don Bosco, München 1997, 191 Seiten, ISBN 3769810600


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.